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Lichtkreis

Der März hat für uns alle eine herbe Ernüchterung gebracht. Die Katastrophe von Japan beschäftigt sicherlich jeden von uns und zweifellos stellt sich die Frage, warum so etwas erst passieren muss, damit sich etwas in dieser Welt ändert?
Auf der spirituellen Ebene findet man schnelle Antworten: ein Opfer bringen - etwas Abtreiben lassen, das Kind einfach ins Feuer werfen oder es mit dem Bade auskippen.
Es ist eine Kreuzigung die Japan für uns alle übernommen hat. Bei aller Trauer und Kummer, die uns befällt, sollten wir den Menschen dankbar sein, dass durch ihr Leid endlich die Großen und Mächtigen wach werden und dem Neuen eine Chance geben, unserer Welt eine Chance geben. Viele von ihnen werden für uns sterben oder sind es bereits, damit wir weiter leben können. Mich bewegt das sehr und ich wünsche diesen Menschen, dass sie stark sind und trotz allem Elend, noch glückliche Momente in ihrem Leben haben.
Wenn es nach meinen Wünschen ginge, so würde ich mir wünschen, dass wir Menschen lernen einander zuzuhören und aufeinander achtzugeben. Ich würde mir wünschen, dass es möglich wäre, noch einmal alles neu zu machen, die Zeit ein kleines bisschen zurückdrehen zu dürfen und dem Starrsinn und Egoismus mit einem Lächeln entgegen wirken zu können. Ich würde mir wünschen, dass es leichter wird mit einander zu reden, dass Geld keine so große Rolle mehr spielt. Ja, wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es Leichtigkeit.
In den letzten Jahren habe ich das Ausmaß menschlicher Härte bis zu einem Punkt der tiefsten Verzweiflung kennen lernen dürfen. Ich habe vor Betrug und Lüge gestanden in Momenten wo ich Liebe gebraucht hätte von meinen Mitmenschen und Verständnis. Keine körperliche Liebe, versteht sich, sondern die uns allen bekannte Nächstenliebe. Und wem von euch ist nicht auch schon so gegangen, wie mir?
Mein Glaube hat mich in dieser Zeit gerettet und mir gezeigt, worauf es wirklich ankommt im Leben. Ich habe gesehen, dass es Ebenen und Situationen gibt, welche die Spannung und Konfrontation erst brauchen, um sich zu verändern zu können. Ich habe erkannt, auf welche Art die Geschichte der Menschheit entstanden ist, warum Kriege entstanden sind, warum es so oft heißt, „das war menschliches Versagen“.
„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetzt und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ Sagte uns Jesus, bevor er uns erlöste. Das ist es worauf es ankommt. Wir dürfen nicht zu viel erwarten von anderen und wir müssen das tun, wozu wir hierhergekommen sind. Wir müssen unser Schicksal als Mensch erfüllen und manchmal müssen wir leiden, weil andere Fehler machen und sie es nicht einsehen wollen.
Wenn eine Katastrophe passiert, dann ist es so, dann kann man nichts mehr ändern. Dann sind alle Vorwürfe, Selbstzweifel und pathologischen Schuldgefühle das vorprogrammierte Scheitern in der Situation. Man muss in Bewegung bleiben, man muss weiter machen, man muss sich Leute suchen, die einem gut tun und die helfen wollen.
Wir Menschen dürfen versagen - oh ja das dürfen wir, jeder einzelne von uns! Wir müssen es sogar um in unserer Entwicklung weiter kommen zu können. Es ist ein Bestandteil unserer Evolution. Und bei aller Trauer und Schmerz, sollten wir das unseren Mitmenschen zugestehen und dürfen nicht verbittert sein über ihre Unfähigkeit und Borniertheit, so schwer es auch manchmal ist. Es ist auch nicht so, als ob es noch keinen gegeben hätte, der nicht im entscheidenden Augenblick versagt hätte.
Für viele mag das sehr abgeklärt klingen und pathetisch. Zuhören bedeutet aber auch hinhören und lesen, was zwischen den Zeilen steht. Lasst uns ein Licht anzünden für die Menschen in Japan. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele mitmachen. Es wird jedem von uns helfen mit den Katastrophen des Lebens fertig zu werden und gegen die in Japan, ist die eigene ganz klein und unbedeutend.
Am Sonntag den 20. März 2011 um 19h00
und am Sonntag den 27. März 2011 um 19h00
bitte ich euch an einem Lichtkreis teilzunehmen. Vor ein paar Tagen würde ich über Facebook ebenfalls zu einem eingeladen. Er findet ebenfalls am Sonntag statt. Ich finde wir sollten uns einfach einklinken und mitmachen.
eure Stephanie Kirchner
